Photovoltaikanlagen: Installation und Betrieb in steuerlicher Hinsicht

Die nachfolgenden Informationen wurden von Rechtsanwalt und Steuerberater Harald Halbig zusammengestellt.

Erneuerbaren Energien kommt im Rahmen der Energiewende eine stetig wachsende Bedeutung zu. Immer mehr Bürger und Bürgerinnen entschließen sich deshalb auf dem Dach Ihres Wohnhauses eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) zu installieren.

Der damit erzeugte Strom wird teilweise selbst ver­braucht bzw. im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an einen Energieversorger verkauft und der Betreiber erhält dafür sog. Einspeisevergütungen.


Bei der Installation und im laufenden Betrieb gibt es nicht zuletzt in steuerlicher Hinsicht einiges zu beachten.

  1. Grundlagen

    Wenn der Betreiber einer PV-Anlage eine Einspeise­ver­gü­tung nach dem EEG erhält, liegt aus steuer­recht­licher Sicht in der Regel eine unternehmerische bzw. gewerbliche Tätigkeit vor. Die Aufnahme einer solchen Tätigkeit ist dem Finanzamt inner­halb eines Monats zu melden und nach Aufforderung ein Frage­bogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen und an das Finanzamt zu senden.

  2. Umsatzsteuer

    Alle Einspeisevergütungen unterliegen grund­sätzlich der Umsatzsteuer. Betragen diese Umsätze im Gründungsjahr nicht mehr als 17.500,- € und im Folgejahr vermutlich nicht mehr als 50.000,- € kann die Klein­unter­nehmerregelung (§ 19 UStG) in Anspruch genommen werden. Der Unter­nehmer braucht in diesem Fall keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen, kann jedoch aus bezogenen Leistungen (insbesondere aus der An­schaffung der PV-Anlage) auch keine Vorsteuer ziehen.

    Übersteigen die Umsätze die o.g. Grenzen, bzw. verzichtet der Unternehmer auf die Kleinunternehmerregelung, so hat er (zumindest) im Gründungsjahr und im Folgejahr monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben und die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. In die­sem Fall kann er jedoch die Vorsteuer aus den bezogenen Leistungen vom Finanzamt zurückfordern.

  3. Einkommensteuer

    Die mit einer Photovoltaikanlage erzielten Gewinne bzw. Verluste gehören zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. In der Regel sind diese Einkünfte mittels einer Einnahmen- Überschussrechnung zu ermitteln.

    Die Kosten für die Anlage können dabei im Jahr der An­schaffung nicht vollständig als Betriebsausgaben geltend gemacht wer­den, sondern müssen über die betriebs­gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
    Der Ab­schrei­bungs­satz beträgt bei einer betriebs­ge­wöhn­li­chen Nutzungs­dauer von 20 Jahren jährlich 5 %.

  4. Fazit

    Vor der Anschaffung einer PV-Anlage sollten Sie sich ausführlichen steuerlichen Rat einholen, um die für Sie günstigste steuerliche Gestaltung zu wählen.

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